Die Provenienzforschung widmet sich der Erforschung der Herkunft (Provenienz) von Kulturgütern in Museen, Archiven, Bibliotheken sowie im Kunst- und Anti­quitäten­handel. Sie ist eine junge Disziplin der Geistes­wissen­schaften. Ziel ist, jedem Exponat aus der Sammlung alle vormaligen Besitzer lückenlos zuzuordnen. Die Erforschung früherer Besitzverhältnisse dient auch der Bestätigung der Originalität von Kulturgütern und kann darüber hinaus zu deren Wertsteigerung beitragen.

Besonders herausfordernd ist für die Provenienzforschung die Zeit des National­sozialismus, in welcher Kunst- und Kulturgüter ebenso wie Ritual­gegen­stände unrechtmäßig jüdischen Gemeinden und jüdischen Besitzer*innen entzogen wurden. Europaweit wurden durch die National­sozialisten Judaika beschlag­nahmt und in das Deutsche Reich abtransportiert und in vielen Fällen bis heute nicht an die Nachfahr­*innen restituiert.

Für uns bedeutet dies, ab 2021 die Sammlungsbestände auf Fragen ungeklärter Provenienz zu untersuchen und entzogenes jüdisches Eigentum gemäß der Washingtoner Prinzipien an die rechtmäßigen Besitzer­*innen zu restituieren. Wir sehen es als unsere Pflicht, die Ergebnisse der Provenienz­forschung der Öffentlichkeit zu vermitteln und so zu einer transparenten Erforschung national­sozialistischen Unrechts beizutragen.

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