Die Münchner Räterepublik – Ein jüdisches Projekt
Veranstaltung am 05.05.2026 | 18.00 Uhr
»Deutsches Judentum in der Weimarer Republik«
»Erwartungen, Diskussionen, Verteidigungen der Republik«
Vortragsreihe von apl. Prof. Dr. Thomas Meyer, Gastprofessor für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Augsburg im Sommersemester 2026
Bekanntermaßen erhielt die Proklamation der „Räterepublik Baiern“ ihren entscheidenden Anstoß mit dem Generalstreik der Augsburger Arbeiter*innen vom 3./4. April 1919 . Doch schnell wurde die sogenannte Münchner Räterepublik als ein jüdisches Projekt im Sinne einer antisemitischen Verschwörungstheorie bekämpft. Und so richtete sich die Gewalt der gelegentlich „Weiße Truppen“ genannten Freikorps nicht zuletzt systematisch gegen Jüdinnen und Juden.
Der Vortrag stellt jedoch nicht die in jüngerer Zeit relativierte Gewaltgeschichte in den Mittelpunkt. Das Interesse gilt den Ideen politischer Gestaltung und Teilhabe an einer künftigen, eben sozialistisch-räterepublikanischen Verfassung Bayerns, später Deutschlands, wie sie von Jüdinnen und Juden geäußert wurden.
Seit bald zehn Jahren besteht die Gastprofessur für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Augsburg. Sie erweitert das kulturgeschichtliche Spektrum der Universität um Aspekte jüdischen Lebens und jüdischer Kultur.
2026 hält apl. Prof. Dr. Thomas Meyer von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Professur. Seine Schwerpunkte sind Ideengeschichte und jüdische Philosophie des 19./20. Jahrhunderts sowie Kulturphilosophie. Sein Forschungsthema in Augsburg ist auch das Thema der Vortragsreihe: „Deutsches Judentum in der Weimarer Republik. Erwartungen, Diskussionen, Verteidigung der Republik“. Die drei öffentlichen Vorträge setzen sich mit der Gründung, der Etablierung und dem Ende der Weimarer Republik auseinander.