Digital und dezentral

Die Befreiung des Vernichtungs­lagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 wurde 1996 von Deutschland und 2005 von den Vereinten Nationen zum offiziellen Gedenktag an die Opfer des Holocaust erklärt. In Augsburg lädt die Erinnerungs­Werkstatt seit 2015 jedes Jahr zu einer Gedenkfeier ein, in deren Zentrum die Lebens­geschichten von Opfern aus dem Raum Augsburg stehen, erarbeitet von Schüler*innen sowie Mitgliedern der an der Erinnerungs­arbeit beteiligten Organisationen. In diesem Jahr veränderte die Corona-Pandemie auch die Form des Gedenkens. Eigentlich war als Alternative zu einer zentralen Gedenkveranstaltung geplant, in Gruppen zu verschiedenen Erinnerungszeichen in der Innenstadt zu gehen und dort an die Opfer zu erinnern. Doch selbst diese reduzierte Form war nicht möglich. Daher wurden alle Ausburger*innen aufgerufen, individuell Gedenkzeichen für die Opfer (Stolpersteine und Erinnerungsbänder) zu besuchen und dieses persönliche Gedenken mit einem Foto zu dokumentieren. Die zahlreichen Beiträge wurden gesammelt und im Online-Gedenkbuch der Erinnerungs­Werkstatt veröffentlicht.

In Augsburg und weltweit

An die Stelle der Präsenz-Gedenkfeier trat ein Film. Neben einem Grußwort der Ober­bürger­meisterin Eva Weber und musikalischen Beiträgen von Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde und des Verbands der Sinti und Roma enthält er Beiträge von Nachfahr*innen jüdischer Augsburger*innen aus der ganzen Welt – eine schöne Entwicklung, die es ohne die Pandemie nicht gegeben hätte.

#everynamecounts

Neben lokalen Projekten des (Online-)Gedenkens unterstützt das JMAS aktiv die globale Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts der Arolsen Archives. Das Ziel des Projekts ist der Aufbau des weltweit größten Online-Archivs über die Verfolgten und Ermordeten des NS-Regimes – so entsteht für diese ein digitales Denkmal. Damit dieses Vorhaben Wirklichkeit wird, haben die Initiatoren alle Interessierten dazu aufgerufen, aus bereits gescannten historischen Dokumenten des Archivs, Namen und Daten digital zu erfassen.

Die Beteiligung ist genauso einfach, wie es auf der Webseite beschrieben ist: 4 Schritte, 5 Minuten und los geht’s! Die Informationen zur ersten Person, die wir bearbeitet haben, waren in wenigen Minuten wie aufgenommen. Weitere werden folgen.

Bis 2025 sollen alle wichtigen Informationen aus den Dokumenten der historischen Sammlung über Häftlinge der Konzentrationslager, über Zwangsarbeiter*innen des Hitler-Regimes und über sogenannte Displaced Persons vollständig online zugänglich gemacht werden. Viele beteiligen sich schon bei dem Aufbau dieses digitalen Denkmals. Damit das Ziel erreicht werden kann, ist die Initiative aber auf einen noch größeren aktiven Unterstützerkreis angewiesen, also los geht’s!

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